Kinderfußball ist kein reduziertes Erwachsenentraining

Viele Trainer kennen noch den Bolzplatz als zentrales Element der Freizeitgestaltung. Das hat sich geändert: Koordinative und konditionelle Fähigkeiten werden deutlich weniger in "Straßenspielen" (Fang-, Lauf-, Hüpfspiele) im Alltag verbessert. Während der nutzbare öffentliche Raum in den letzten Jahren z. B. durch den zunehmenden Verkehr drastisch reduziert worden ist, hat das Kinderzimmer durch vielfältiges Spielzeug, Computer, Spielekonsolen, Fernseher etc. an Attraktivität gewonnen. Heute konkurriert jede Sportart daher mit anderen attraktiven Angeboten, die mit Bewegung nicht unbedingt im Zusammenhang stehen. Zudem sind die schulischen Anforderungen gestiegen.

Der Bewegungsdrang von Kindern ist jedoch ungebrochen, Spiel und Sport sind weiterhin, in einem geänderten Umfeld, sehr beliebt. Ob das so bleibt, hängt natürlich von der Ausrichtung und den Inhalten des Kinder- und Jugendtrainings ab. Jedes 2. fußballbegeisterte Kind hört mit diesem Hobby auf, bevor es im Alter von 12 / 13 Jahren in den Jugendbereich wechselt. Als Ursachen werden genannt:

  • zu frühe Fokussierung auf Siege (in Spielen, auf Turnieren) durch Erwachsene (Trainer, Eltern)
  • daher vorrangige Berücksichtigung der 'besseren' Spieler (um zu gewinnen)
  • die zudem früh auf festen Positionen spielen (um zu gewinnen)
  • und vorgelebt bekommen, dass Gewinnen Spaß macht und Verlieren doof ist
  • und durch diese "taktische Ausrichtung" das vielseitige Fußballspielen nicht lernen.

Für eine optimale Förderung aller, die die Basis für eine lange Fußballerzeit ist, ist es hingegen wichtig, dass:

  • der Schwerpunkt aus der fußballerischen Ausbildung liegt, Ergebnisse zweitrangig sind
  • alle Spieler ausreichend an den Spielen / Turnieren teilnehmen können
  • bis mindestens alter Jahrgang C-Jugend (U 15) alle Spieler auf allen Positionen (Abwehr, Mittelfeld, Angriff) eingesetzt werden
  • das Anwenden des im Training Erlernten im Mittelpunkt steht und nicht das Ergebnis
  • Taktik erst in der D- bzw. C-Jugend (gruppentaktische Maßnahmen) Thema wird.