Grundsätzliches zum Kindertraining

Grundsätzliches zum Kindertraining: Warum trainieren wir so, wie wir trainieren?

Die Frage nach dem optimalen Training im Kinder- und Jugendbereich ist unabdingbar mit der mentalen und körperlichen Entwicklung der Spieler verknüpft. Im Grundlagenbereich (7 bis 10 Jahre) ist die kognitive Entwicklung bereits weit vorangeschritten. Kinder dieses Alters sind aber noch sehr an konkrete Wahrnehmungen gebunden. Sie können tatsächliche Erlebnisse verarbeiten und ihr Verhalten korrigieren, abstraktes Denken hingegen ist nur beschränkt möglich. Daher ist Vormachen und Ausprobieren viel sinnvoller als lange Monologe eines Trainers! Horst Wein, der weltweit anerkannte "coach of the coaches“, fasst dies treffend zusammen: „Ein Trainer, der viel weiß, gibt wenig preis!“ Spieler verbessern sich nicht dadurch, dass ihr Trainer ihnen sein geballtes theoretisches Wissen um die Ohren haut und im Spiel die Kinder wie Marionetten über den Platz laufen lässt! „Inspirieren statt Instruieren!“ lautet daher auch die Devise von Horst Wein.

Wenn diesem Ansatz gefolgt wird, hat dies natürlich Konsequenzen:

  1. Spieler werden nicht aufgefordert, in einer Spielsituation wie vorgegeben zu agieren, sondern gefordert, selbst Lösungen für das aktuelle Problem zu finden.
  2. Dieses setzt aber voraus, dass die Spieler Fehler machen dürfen, um aus ihnen lernen zu können!
  3. Voraussetzung dafür, eigene Lösungsansätze zu suchen, ist jedoch, dass die Spieler ausreichend Selbstbewusstsein aufbauen konnten. Daher sind kritische Äußerungen zu unterlassen, die Spieler müssen vielmehr bei positiven Aktionen gelobt bzw. bei Misserfolgen motiviert werden.

„Sondern … aber … jedoch“ deutet an, dass ein klassisches Kinder- und Jugendtraining mitunter anderen Idealen folgt: Der Trainer gibt vor, was die Spieler zu tun und zu lassen haben - im Training und im Spiel. Falls nicht, folgen Kritik, ggf. Auswechslung und schlimmstenfalls eine Spielpause. Auf diese Weise wird jedoch nicht der Typ von Spieler resultieren, von dem heutzutage als „Unterschiedspieler“ gesprochen wird: Typen, die technisch versiert sind und kreativ agieren, d. h. auf dem Platz Unvorhersehbares  zeigen. Jogi Löw hat dies seinerzeit so formuliert: „Kreativität und spielerische Klasse sollen zwei der neuen deutschen Tugenden sein!“ Diese Charakteristika sind jedoch - wie auch Technik und Koordination - nicht durch Zuhören zu erwerben! Anweisungen sollten daher auf ein Minimum reduziert, Pausen nach intensiven Übungen für Fragen an die Spieler genutzt werden. Horst Wein erläutert den bereits zitierten Satz „Ein Trainer, der viel weiß, gibt wenig preis!“ so:
„Ein guter Trainer lehrt seine Spieler praktisch gar nichts, sondern konfrontiert seine Schüler nur mit für sie verständlichen und lösbaren Problemen, damit sie dann durch Selbstentdeckung oder auch mit seiner Hilfe bestmöglich gelöst werden können.“
Durch das Reflektieren der erlebten fußballerischen Aufgabe und den sich bietenden Optionen lernt der Spieler effektiver, in Mustern zu denken. Diese Muster erlauben es, in vergleichbaren Spielsituationen schneller eine eigene Entscheidung bei der Lösung des Problems zu treffen.“

Warum ist uns dieser Ansatz  so wichtig? Wer möchte, dass sich die Kinder und Jugendlichen von heute in einen paar Jahren auf dem Großfeld im 11 gegen 11 zurechtfinden, muss sie schrittweise auf diese Spielform vorbereiten und ihnen die bestmögliche fußballerische Ausbildung ermöglichen. Dies beginnt bereits in der G-Jugend mit der vielseitigen Bewegungsschulung, denn: „Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zurande“( Johann Wolfgang von Goethe).

Über uns:

Der Trainerstab in der E1 setzt sich aus Personen zusammen, die

  • eine Trainerausbildung bzw. Übungsleiterschein besitzen
  • selbst als Nachwuchstalent nach aktuellen Trainingsempfehlungen trainiert wurden
  • in Stützpunktmannschaften optimal gefördert und gefordert wurden
  • besondere empathische Fähigkeiten aufweisen
  • regelmäßig Fortbildungen besuchen
  • die neueste Fachliteratur und Empfehlungen des DFB lesen
  • jahrzehntelange Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit sowie als Trainer aufweisen

oder

  • Kinder im betreffenden Alter haben.

Diese Mischung im Team ist unseres Erachtens eine hervorragende Basis für ein optimiertes Trainieren nach neuesten Erkenntnissen vor dem Hintergrund unterschiedlichster Erfahrungen.

Zitate, die zum Nachdenken anregen:

„Kinder begreifen und lernen leichter und besser, was sie sehen und beobachten können.“
(Prof. Dr. Werner Schmidt)

„Um den Platz zu laufen ist eine gute Alternative, wenn der Trainer nicht coachen kann.“
(Raymond Verheijen)

„Wenn man das tut, was man immer getan hat, wird man nie Fortschritte erreichen.“
(Horst Wein)

„Anstatt die Kinder und Jugendlichen dazu anzuhalten, sich dem Spiel der Erwachsenen  anzupassen, sollten die Erwachsenen das Spiel entsprechend dem körperlichen und geistigen Entwicklungsstand der Jugend gestalten.“ (Horst Wein)

„Es ist eine sehr wichtige Aufgabe eines Trainers seine Spieler zum Denken anzuregen, anstatt ihnen die Lösungen für die Probleme zu geben.“ (Horst Wein)

„Ein Jugendtrainer, der von Sieg zu Sieg eilt, hat mehr für seine Zukunft getan als für die seiner jungen Spieler.“ (Horst Wein)

„Im Kinderfußball wird nicht geerntet, sondern nur gesät!“ (Horst Wein)